Dirty Talk in universitären Seminaren: Auswüchse neoromantischen Protests im…

Modernisierung als funktionale Differenzierung sich voneinander unterscheidender, nicht ineinander überführbare Bedeutungs- und Sinnkontexte aufspannender gesellschaftlicher Teilsysteme verhängt die Möglichkeit zentralen Durchblick verbürgender Einheitsformeln. Statt Einheit imaginativ herzustellen, wird hier stur gegen den unvermeidlichen Zerfall gesellschaftlicher Einheit angerannt: Was hier möglich, dort aber verpönt ist, taucht nun in einem ganzen neuen Zusammenhang auf: Dirty Talk wie auch die gegenseitige verbale Vertierung und Erniedrigung im akademischen Kontext inmitten fachlicher Diskussionen!
Nicht Nation, Führer, Volksgemeinschaft, sondern geile Vulgärsprache wird als zentrales, übergreifendes Bedeutungsgewölbe institutiert.
Der kreativitätsarme ausgezehrte anarchische Protest des 20. Jahrhunderts kommt hier, unter veränderten Umständen, wieder zu seinem Recht. Das theoretische Gepäck? Nicht Marcuse. Luhmann!

1. Lautes Hereinrufen erniedrigender Bezeichnungen (“Fickstück!”, “Blasnutte!”, “Du kleine Hure!”)

2. Verulkung bekannter Theoretiker durch deren Einbindung in sonst Bettkontexten vorbehaltene Begriffszusammenhänge (“Dilthey hat ‘nen langen Schwanz olé!”)

3. Direkte verbale Dirty-Angriffe auf unbescholtene Seminarteilnehmer (Aha!)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.